„Wir
haben in den 22 Jahren »Lindenstraße« immer schon schwierige Themen
angepackt. Ich wundere mich heute, dass wir das Thema Down-Syndrom
nicht schon früher angegangen sind.“ Auf einer Podiumsdiskussion im
Rahmen des Kongresses „Eine Schule für alle“ an der Universität machten
sich die Autorin und Schauspielerin Irene Fischer und ihre
„Lindenstraße“-Familienmitglieder Joachim Hermann Luger und Jan Grünig
stark für den Ausbau des gemeinsamen Unterrichts (GU) für behinderte
und nicht behinderte Kinder.
Nahezu von Beginn seines Lebens an
in der Serie dabei ist der siebenjährige Jan, der ein Down-Syndrom hat
und in der Rolle als Martin „Mürfel“ Ziegler sehr beliebt bei den
Zuschauern ist. „Wir haben die große Chance, Lösungen im Umgang mit
dieser Behinderung zu zeigen und Vorbild-Charakter zu haben“, sagte
Irene Fischer, die Mürfels Mutter Anna Ziegler darstellt. Ein
Engagement, das die Schauspieler privat fortsetzen: Joachim Hermann
Luger moderiert Down-Syndrom-Sportfeste. Und als Irene Fischer von
Eltern gefragt wurde, ob sie nicht eine Schule im Ringen um GU-Plätze
unterstützen könnte, sagte sie spontan zu.
Doch es gab auch
Kritik an der Serie. Der „Lindenstraße“-Kampf um Mürfels Platz an der
integrierten Grundschule war einigen Zuschauern „zu wenig politisch“.
„Es geht ums Umverteilen von Geldern“, sagte Walter Heilmann, Leiter
der Kölner integrativen Peter-Petersen-Schule. „In Köln werden
Millionen in den Ausbau von Förderschulen gesteckt. Von Integration ist
keine Rede. Da muss was passieren.“