Kinderschutzbund fordert Schule für Alle

Der Deutsche Kinderschutzbund und der Verein mittendrin/Kongress Eine Schule für Alle haben am 12. November im Rahmen der Landespressekonferenz NRW ein integratives Bildungssystem und einen sofortigen Stopp der Ausgrenzung von Kindern gefordert. Es muss endlich Schluss sein mit dem Aussortieren von Kindern in Sonderschulen, Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien, um endlichChancengleichheit in der Bildung für alle Kinder in NRW zu erreichen.

"Das frühzeitige Aussortieren der Kinder beschneidet Lebensperspektiven", sagte Dieter Greese, Vorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes Nordrhein-Westfalen, "und das gängige Abschieben von Kindern auf die Hauptschule oder die Sonderschule fügt den betroffenen Kindern seelische Verletzungen zu. Das ist ein Schlag fürs Selbstbewusstsein, der die Kindern in ihrer Entwicklung dauerhaft zurückwirft." Der Besuch einer "normalen" Schule darf einem Menschen mit Behinderung nicht verweigert werden. "Die Bundesländer werden sich in ihrer Schulpolitik auf die internationale Rechtslage einstellen müssen", sagte Eva-Maria Thoms, Vorsitzende des Vereins mittendrin, der den Kongress "Eine Schule für Alle" unter Beteiligung vom Deutschen Kinderschutzbund, vom 16. bis 18. November in Köln veranstaltet.

Allein in Nordrhein-Westfalen gehen nach Information der Organisationen 108.000 Kinder in Sonderschulen. Nach bildungspolitischem Konsens sollen behinderte Kinder zusammen mit nicht-behinderten Kindern in allgemeinen Schulen unterrichtet und dort gefördert werden. "Dieser Konsens wird in Deutschland komplett ignoriert. 87 Prozent der behinderten Kinder werden hierzulande in Sonderschulen unterrichtet, in Nordrhein-Westfalen sogar 91 Prozent. Wir sehen das als Ausgrenzung. Eltern, die für ihre Kinder Integration wollen, werden gezwungen sie in der Sonderschule anzumelden", so die Kritik der Verbände.

Zusammen mit der LAG Gemeinsam leben - gemeinsam lernen, die ebenso wie die LandesschülerInnenvertretung an der Landespressekonferenz teilnahm, forderte der mittendrin e.V:

- als ersten Schritt den Eltern das Recht auf freie Wahl der Schule für ihre Kinder zu geben. Der Rechtsanspruch auf Integration, wie ihn die UN-Konvention festlegt, muss auch in Nordrhein-Westfalen gelten.

- einen sofortigen Bau- und Ausbaustopp für Sonderschulen zu erlassen, um weitere Fehlinvestitionen in das stetig wachsende teure und pädagogisch überholte Sonderschulsystem zu verhindern.

- festzuschreiben, dass „Kompetenzzentren" für die sonderpädagogische Förderung nur solche Institutionen werden können, die selbst keinen Schulbetrieb unterhalten oder sich verpflichten, ihre Schüler innerhalb von fünf Jahren aus der Sonderschule in eine allgemeine Schule zu begleiten

 

 

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