
BaWü: Mogelei im "Expertenrat"
15.3.2010 Das ist die hohe Schule intriganter Politik: Man lade Elternvertreter in einen "Expertenrat" zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ein. Dann besetze man diesen "Expertenrat" mehrheitlich mit Vertretern des aussondernden Schulsystems. Und am Ende hat man eine Stellungnahme, die unter dem Deckmäntelchen eines "Elternwahlrechts" die Kinder und Jugendlichen mit Behinderung wie gehabt bevormundet, nur eleganter. Das Praktische: Die Elternvertreter stehen mit ihrem guten Namen unter der Stellungnahme des sogenannten Expertenrats. Der Landesverband Gemeinsam leben - gemeinsam lernen in Baden-Württemberg hat jetzt genug von dieser feindlichen Vereinnahmung. Mit einer Stellungnahme wehren sich die Eltern gegen ein neues System der Ausgrenzung, das mit ihrem guten Namen legitimiert werden soll.
mehrBaWü: "Wahlrecht" unter Aufsicht?
18.2.2010 Schon zum zweiten Mal hat der baden-württembergische Kultusminister Helmut Rau heute das Ende der Sonderschulpflicht für behinderte Kinder verkündet und ein "Wahlrecht" zwischen Sonderschule und Regelschule versprochen - dieses Mal schon fürs kommende Schuljahr. Und wieder gilt: Lesen Sie das Kleingedruckte! Gewählt werden darf nur zwischen Vorschlägen, die eine sogenannte "Bildungswegekonferenz" vorlegt. Ein Wahlrecht unter Aufsicht, die Fortdauer der Entmündigung.
mehrHallo Weinheim!
20.2.2010 Auch in Baden-Württemberg gründen sich weitere Elternvereine, die für ihre Kinder das Recht auf Integration durchsetzen wollen. Wir freuen uns über die Verstärkung aus Weinheim! Die Interessengemeinschaft Inklusive Schule Weinheim verhandelt seit Ende des vergangenen Jahres mit dem Schulamt Mannheim über die Einrichtung einer inklusiven Schule am Ort. Wir wünschen viel Durchsetzungskraft!
BaWü: Grüne fordern Rechtsanspruch auf Integration
25.10.2009. "Kein Kind darf vom gemeinsamen Unterricht ausgeschlossen werden." Dies ist der Kern eines Gesetzesantrags, den die Fraktion der Grünen in den Landtag Baden-Württembergs eingebracht hat. Zur Anhörung am 21. Oktober kamen mehr als 500 Menschen nach Stuttgart. Jetzt gibt es eine umfangreiche Dokumentation des Anhörungstages
BaWü, Emmendingen: Kultusminister lenkt ein!
13.5.2009. Das passte ja auch schlecht zusammen. Baden-Württembergs Kultusminister Helmut Rau kündigte an, die Sonderschulpflicht abzuschaffen - aber gegen die integrative Waldorfschule Emmendingen wollte er in der nächsten Instanz beim Verwaltungsgerichtshof weiter kämpfen. Gestern hat Rau im Landtag angekündigt, die Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Freiburg zurück zu ziehen. Das Land Baden-Württemberg akzeptiert damit, dass die integrative Waldorfschule Emmendingen weiter behinderte Kinder integrieren darf. Presselink Ungeklärt ist allerdings, ob das Land sich bereit findet, für die dort integrierten Kinder auch die Kosten zu tragen. Lesen Sie die Pressemitteilungen der Integrativen Waldorfschule Emmendingen und des Waldorfschulverbands Baden-Württemberg.
mehrBaWü: Verkaufen Sie uns nicht für dumm, Herr Rau!
5.5.2009. Unter dem öffentlichen Druck, das Zwangssystem Sonderschule abzuschaffen, zeigen nun auch die Betonköpfe der Republik Nerven. Baden-Württembergs Kultusminister Rau hat gestern bei der Vorstellung eines Berichts zur Sonderpädagogik angekündigt, dass Schüler mit Behinderung künftig allgemeine Schulen besuchen dürfen und die Entscheidung über die Schule den Eltern überlassen wird. Netter Versuch, Herr Rau! Haben Sie gedacht, wir lesen das Kleingedruckte nicht? Von Inklusion keine Spur, statt dessen sollen Kinder mit Behinderung in sogenannten Außenklassen unter sich bleiben. Und das Elternwahlrecht á la Stuttgart ist auch nicht das Papier wert, auf dem die Pressemitteilung gedruckt wurde.
mehrBaWü: Knockout vor Gericht
26.März 2009. Die Waldorfschule Emmendingen darf weiter als integrative Schule arbeiten. Das Kultusministerium von Baden-Württemberg muss die Genehmigung erteilen. So hat das Verwaltungsgericht Freiburg geurteilt. Der Minister hatte nach Auslaufen des Modellversuchs der Schule in diesem Jahr keine neue Genehmigung erteilt und verlangt, wenn sie weiter Kinder mit Behindung unterrichten wolle, könne sie doch als zweite Schule eine Förderschule gründen. Die Schule beugte sich der Landesregierung nicht und unterrichtet seit Beginn des Schuljahres mehrere Kinder illegal.
mehrBaden-Württemberg: SPD fordert Integration
16.3.2009. Die SPD im Landtag Baden-Württemberg hat die Landesregierung aufgefordert, die "Ausgliederung" von behinderten Mädchen und Jungen zu beenden. Ziel müsse ein gemeinsamer Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung sein. Die Eltern sollten einen Rechtsanspruch auf einen Integrationsplatz für ihr Kind bekommen, fordert der Vorsitzende des Schulausschusses, Norbert Zeller. Die Antwort des Kultusministeriums erfolgte in gewohnter Dreistigkeit: mit der Behauptung, man habe im Ländle doch schon ein integratives Schulsystem und sehr sehr viele integrierte Kinder.
mehrDiskussionen von vorgestern
1. Februar 2009. Die Lebenshilfe Baden-Württemberg hatte zur Tagung "EINE FÜR ALLE" am 29./30. Januar nach Pforzheim eingeladen. "Brücken bauen für eine inklusive Gesellschaft" lautete der Untertitel. Vom Recht auf inklusive Bildung war jedoch nicht die Rede. Statt dessen wurden ausgiebig die baden-württembergischen Außenklassen gelobt. Lesen Sie unseren ziemlich desillusionierten Kongressbericht:
mehrSchwaben können alles - nur nicht nachgeben
11. Dezember 2008. Gestern hat der Schulausschuss des Stuttgarter Landtags erneut die Genehmigung der Integrativen Waldorfschule Emmendingen als Integrative Schule mit der Stimmenmehrheit der Regierungsfraktionen abgelehnt. Die Schule hatte eine positive Entscheidung erwartet, nachdem SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP öffentlich erklärt hatten, die Fortführung des integrativen Konzepts an der Emmendinger Waldorfschule zu unterstützen. siehe dazu auch die taz vom 7.12.08
mehrFreiburg demonstriert
22.11.2008. Trotz Wintereinbruch haben heute auf dem Augustinerplatz in Freiburg rund 300 Menschen für integrative Schulen demonstriert.
mehrBaden-Württemberg
Waldorfschule kämpft um Integration
Zwölf Jahre lang hat die Waldorfschule in Emmendingen Integration gelebt. Jetzt darf sie keine behinderten Kinder mehr in die neue erste Klasse aufnehmen. Baden-Württemberg macht in der Schulpolitik für behinderte Kinder die Wende in die Vergangenheit. Während Eltern in Deutschland immer lauter für ihre behinderten Kinder die Integration in die Regelschulen fordern, während die Schulpolitiker unserer Nachbarländer nur noch mit Kopfschütteln aufs deutsche Sonderschulwesen schauen, zersört die Landesregierung in Stuttgart selbst die spärlichen Anfänge integrierter Schulen im Ländle. Lesen Sie den Artikel in der tageszeitung.
Baden-Württemberg
Nicht ohne meine Förderschule
Voller Stolz sprechen die Verantwortlichen in Baden-Württemberg von mindestens zehn Sonderschultypen. Können sie sich allen Ernstes nicht vorstellen, wie diskriminierend es ist, Menschen in eine von zehn "Sonderklassen" einzuordnen und sie damit außerhalb des "Regelbetriebs" der Gesellschaft zu stellen?
mehrSchulleiter fordern Abkehr vom gegliederten Schulsystem
Er hatte es wohl gut gemeint: Angesichts sinkender Schülerzahlen an den Hauptschulen des Landes verordnete Baden-Württembergs Kultusminister den Hauptschulen ein "Fitnessprogramm" - mit dessen Hilfe die untere Etage des "dreigliedrigen" Schulsystems für Schüler wieder attraktiv werden soll.
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