Sachsen: Minister lehnt Gemeinsamen Unterricht ab

13.1.2011 Für Sachsens Kultusminister Roland Wöller ist die Sache mit der UN-Behindertenrechtskonvention ganz einfach: Inklusives Bildungssystem? Haben wir doch schon!
Das behauptet Wöller tatsächlich in einem Brief an Sachsens LehrerInnen. Darin steht sinngemäß: Sachsens Schulsystem sei bereits inklusiv, weil doch jedes Kind zur Schule gehe - die Behinderten auf Förderschulen und die nicht Behinderten auf Regelschulen. Offenbar sieht der Minister keinen Handlungsbedarf, obwohl in Sachsen Kinder und Jugendliche mit geistiger oder Lernbehinderung in der Sekundarstufe zu 98 Prozent Sonderschulen besuchen müssen. Der Elterverband Gemeinsam leben -gemeinsam lernen Sachsen fordert in einer öffentlichen Erklärung, dass das Land Sachsen nun endlich tätig wird, um die völkerrechtswidrige Aussonderung von behinderten SchülerInnen aus den Regelschulen zu beenden.

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Sachsen ist spitze - auch im Aussondern

November 2008. Im PISA-Gewinnerland Sachsen werden immer mehr Kinder an Förderschulen unterrichtet. Das berichten mehrere Zeitungen mit Verweis auf Recherchen der Nachrichtenagentur ddp. Im Schuljahr 2006/2007 besuchten 20 094 Kinder die Förderschule, wie das Statistische Landesamt mitteilte. Das entspricht einem Anteil von 6,3 Prozent aller Schüler (im Vergleich zu einem Anteil von 4,5 Prozent im Jahr 1997). Die Kultusministerkonferenz nennt in ihrem jüngsten Bildungsbericht sogar eine noch höhere Zahl: Sie geht für Sachsen von einem Förderschüleranteil von 7,8 Prozent aus. Bundesweit liegt der Anteil der Förderschüler bei durchschnittlich 4,4 Prozent.

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