Umfrage: Eltern wollen Ganztag und Inklusion

26.08.2010 (red/pm) Rund zwei Drittel der Eltern in Deutschland sprechen sich für Ganztagsangebote an den Schulen aus. Ebenso viele befürworten einen gemeinsamen Unterricht für behinderte und nicht-behinderte Kinder. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann Stiftung zur Schule der Zukunft hervor, die vom Institut Infratest dimap durchgeführt wurde.

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Philologenverband blamiert sich

25.8.2010 Haben wir Anderes erwartet? Der Deutsche Philologenverband nimmt Stellung zur Inklusion - und hält sie für nicht möglich. Schon gar nicht im Gymnasium, versteht sich. Gottseibeiuns gegen heterogene Lerngruppen.Wieder einmal fragen wir uns, warum sich gestandene Lehrer der Gymnasien in ihrem Verband von Kollegen vertreten lassen, die Jahrzehnte der pädagogischen Diskussion verpasst haben. Doch Eines muss man zugeben: Ihren Lehrstoff in Rhetorik des Dritten Reiches haben sie gründlich gelernt: Bezeichnen sie doch uns Eltern, die für die Integration ihrer behinderten Kinder ins allgemeine Schulwesen kämpfen, als Vertreter der "totalen Inklusion". Eigentlich ist das Pamphlet des Herrn Meidinger es nicht wert, sich damit auseinander zu setzen.

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UN-Konvention: Was macht die KMK?

15.6.2010 Die UN-Behindertenrechtskonvention ist zum Arbeitsbeschaffungsprogramm für die Kultusministerkonferenz geworden. Es wird getagt und getagt. Das Problem: Längst nicht alle Bundesländer sind bereit, tatsächlich vom Sonderschulsystem für Kinder und Jugendliche mit Behinderung abzugehen und statt dessen ein inklusives Bildungssystem aufzubauen. Verzweifelt wird nun versucht, die neuen "KMK-Empfehlungen für die sonderpädagogische Förderung" so feinziseliert zu formulieren, dass am Ende alles erlaubt ist. Auch ein "Weiter so", in dem unter dem Label "Inklusion" einfach die alte routinemäßige Sonderbeschulung weiter läuft. Ein bundesweites Individualrecht auf Integration soll es auch in Zukunft nicht geben. Am 21./22. Juni sollen nun die entsprechenden Papiere der Staatssekretäre und der KMK-Arbeitsgruppen in Bremen auf einer Fachtagung angeblich "öffentlich diskutiert" werden. Für Teilnehmer aus vielen Betroffenenverbänden und Elterninitiativen ist aber auf der Tagung "leider kein Platz mehr frei". Inzwischen protestieren in einer gemeinsamen Erklärung der Deutsche Behindertenrat, die BAG Gemeinsam leben - gemeinsam lernen und der SoVD, sowie weitere Elternverbände gegen den geplanten Etikettenschwindel mit der UN-Konvention.

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Lebenshilfe mahnt Bundesregierung

24.2.2010 Die Bundesvereinigung Lebenshilfe hat gestern auf einem parlamentarischen Abend in der Landesvertretung Thüringens die Bundesregierung und den Bundestag an die Verpflichtungen aus der UN-Behindertenrechtskonvention erinnert.Bundesvorsitzender Robert Antretter erinnerte, dass die neue Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart hat, künftig alle Gesetzesvorhaben, die Menschen mit Behinderung direkt oder indirekt betreffen, an der Behindertenrechtskonvention (BRK) zu messen. Als Denkzettel hat die Lebenshilfe ihre Forderungen an die Politik in zwölf Infozetteln prägnant zusammengefasst. Einer davon betont die Verpflichtung zum Aufbau eines inklusiven Bildungssystems.

Das Recht auf Regelschule gilt sofort!

28.1.2010 Behinderte Kinder haben ab sofort das Recht, gemeinsam mit nicht behinderten Kindern eine allgemeine Schule zu besuchen. Nach der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) gilt dieser Anspruch für das einzelne Kind unabhängig von anders lautenden Schulgesetzen. Zudem müssen Bund und Länder zügig inklusive Bildung verwirklichen und dafür auch Qualitätsmaßstäbe festlegen. Dies sind zwei wesentliche Ergebnisse des Rechtsgutachtens, das der führende deutsche Völkerrechtler Professor Dr. Eibe Riedel heute in Berlin bei einer Pressekonferenz vorgestellt hat. Dass die Kinder mit Behinderung immer noch vor verschlossenen Schultüren stehen, war für den Elternverband „Gemeinsam Leben, Gemeinsam lernen" der Grund, gemeinsam mit dem Sozialverband Deutschland (SoVD) die Rechtslage eingehend durch einen international renommierten Völkerrechtler untersuchen zu lassen.

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Bertelsmann kritisiert Sonderschulen

15.11.2009 Wenn die Bertelsmann-Stiftung redet - zumal zum Thema Bildung - dann hören die Mächtigen zu. Hoffentlich auch dieses Mal. Die Gütersloher Stiftung hat vom Bildungsforscher Klaus Klemm in einer Studie noch einmal untersuchen lassen, wie erfolgreich Schulen für "Lernbehinderte" sind - und wie teuer.

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UN-Konvention: Neue Regierung ist in der Pflicht

23.9.2009. "Die Konvention bildet eine verbindliche Grundlage für die Behindertenpolitik der zukünftigen Bundesregierung", sagte Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle zur Behindertenrechtskonvention, heute in Berlin. Die Stelle ist beim Deutschen Institut für Menschenrechte angesiedelt und beobachtet und dokumentiert im Auftrag der UN die Fortschritte Deutschlands bei den Rechten von Menschen mit Behinderung. Aichele empfahl, die Umsetzung der Konvention im Koalitionsvertrag festzuschreiben.

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Und wen wählen Sie?

22.9.2009. Noch fünf Tage bis zur Qual der Wahl zum Deutschen Bundestag. Doch wie stehen die Parteien und ihre Kandidaten zur Inklusion? Der Verein "Politik gegen Aussonderung", in dem sich vorwiegend Inklusionsforscher zusammen geschlossen haben, hat nachgefragt. Die Fragen und die Antworten der Politiker finden Sie hier. Eins vorweg: Wer ein inklusives Bildungssystem möchte, in dem alle Kinder selbstverständlich gemeinsam lernen und individuell gefördert werden, sollte derzeit auf ein Kreuzchen bei der FDP verzichten. Die Partei der Freiheit und der Bürgerrechte findet es offenbar richtig, dass Ämter über die Köpfe der Schüler und Eltern hinweg über das vorgebliche "Wohl des Kindes" entscheiden.

Breite Initiative: Gemeinsam mehr lernen

8.9.2009.Vier Frauen aus der SPD haben zusammen mit der Vorsitzenden des Deutschen Behindertenrates Hannelore Loskill eine Initiative für ein inklusives Schulsystem initiiert. Unter dem Titel "Gemeinsam mehr lernen: Gute Bildung! Auch für Kinder mit Behinderungen" fordern die stellvertretende Parteivorsitzende der SPD, Andrea Nahles, die Sprecherin des Deutschen Behindertenrates, Hannelore Loskill, die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Karin Evers-Meyer, sowie die Sozialministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in die allgemeinen Schulen und mehr Investitionen in gemeinsame gute Bildung für alle Kinder. Unter den 34 ErstunterzeichnerInnen der Initiative befinden sich unter anderen die Behindertenbeauftragten sämtlicher Bundestagsfraktionen. Warum das Ganze nun auf der Internetseite der SPD als "Wählerinitiative für die SPD" und als Wahlaufruf für den SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier eingemeindet wird, bleibt deshalb ein Rätsel. Ist es doch eigentlich eine Unterstützerinitiative für die Schülerinnen und Schüler in Deutschland. Oder?

Drei Schulen bekommen Inklusionspreis

Der "Jakob Muth-Preis für inklusive Schule", der in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen wird, geht an drei gleichberechtigte Preisträger: Die Erika-Mann-Grundschule in Berlin, die Sophie-Scholl-Schule in Gießen und die Integrierte Gesamtschule Hannover-Linden. Link

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SoVD: Bundesländer tun zu wenig für Inklusion

20. August 2009. "Die Bundesländer machen zu wenig Fortschritte bei der Integration behinderter Schüler an allgemeinen Schulen", erklärt Adolf Bauer, Präsident des Sozialverbands Deutschland SoVD. Bislang erfüllen die meisten Bundesländer nicht ansatzweise ihre Verpflichtung, behinderte und nicht behinderte Kinder in der Regel gemeinsam zu unterrichten. Das ist das Ergebnis des „Bildungsbarometers Inklusion", das der SoVD heute erstmals vorgelegt hat. Plastisch sichtbar ist die Beurteilung der Bundesländer in einer Deutschlandkarte zur Inklusion.

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Elternratgeber: Integration ist kompliziert...

3. August 2009. Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer und die Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam leben - gemeinsam lernen haben einen Wegweiser für Eltern behinderter Kinder zum gemeinsamen Unterricht herausgegeben. Die Broschüre enthält Informationen zu den Möglichkeiten inklusiver Beschulung in den einzelnen Bundesländern
sowie Tipps von Eltern, die bereits über Erfahrungen mit dem gemeinsamen Unterricht verfügen.

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UN-Gesandter Muñoz: "Wir müssen darauf bestehen, dass auch Beamte inklusive Schule umsetzen helfen."

8.6.2009. Deutschland verpflichtet sich, ein inklusives Bildungssystem zu errichten - aber keiner fühlt sich zuständig? Der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung, Vernor Muñoz Villalobos, hat am Sonntag, 7. Juni 2009 in Oldenburg den deutschen Behörden ins Gewissen geredet. "Die Konvention verlangt einen umfassenden Übergangsplan darüber, wie man vom System der Sonderschulen zu einer inklusiven Schule kommt", erinnerte er. Um dies zu erreichen, sei nun jeder Politiker und jeder Beamte verpflichtet, seinen Beitrag zu leisten. Integration müsse für jeden Schüler und jede Schülerin möglich gemacht werden.

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Lebenshilfe schwenkt endgültig auf Inklusion

13.5.2009. Mit den regionalen Verbänden der "Lebenshilfe" haben wir unterschiedliche Erfahrungen. Die Lebenshilfe Köln unterstützt den mittendrin e.V. von Beginn an mit Überzeugung und Engagement. Andere Gliederungen des Verbands fassen das Thema "Schule für Alle" mit spitzen Fingern an und bestehen darauf, dass Menschen mit Behinderung in Schonräumen besser aufgehoben sind. Jetzt hat der Bundesvorstand sich in einem Positionspapier endgültig zur Inklusion bekannt: "Gemeinsames Leben geht nicht ohne gemeinsames Lernen" ist das Fazit..Wir freuen uns über einen wichtigen Bündnispartner!

UN-Konvention jetzt umsetzen!

4.5.2009. Der Sozialverband Deutschland, der Deutsche Behindertenrat und der Elternverband Gemeinsam leben - gemeinsam lernen" fordern die Bundesländer auf, unverzüglich mit der Umsetzung der UN-Konvention über die Rechts behinderter Menschen zu beginnen. Im Vorfeld der Sitzung der zuständigen Arbeitsgruppe der Kultusminister-konferenz, des Internationalen Aktionstages zur Gleichstellung von Menschen mit Behin-derungen am 5. Mai und vor der Nationalen Bildungskonferenz des Ministeriums für Arbeit und Soziales am 6./7. Mai fordern die Verbände konkrete Schritte zur Umsetzung des Gemeinsamen Unterrichts von Kindern mit und ohne Behinderungen. Link

"Die Förderschule bietet nicht die beste Bildung"

7.5.2009. "Es gibt Eltern, die möchten für ihre Kinder die Förderschule, weil sie meinen, dass sie dort die bessere Bildung bekommen. Aber die Förderschule bietet nicht die beste Bildung. Weil die anderen Kinder fehlen." Mit diesem klaren Statement für Inklusion schloss der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, Franz Thönnes, die Konferenz "Vereint für Gemeinsame Bildung", die das Ministerium am 6. und 7. Mai in Berlin ausgerichtet hat. Thönnes kündigte an, dass unter Federführung des Bundesarbeitsministeriums ein nationaler Aktionsplan für inklusive Bildung ausgearbeitet werde.

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Her mit den Blauhelmen!

26. März 2009. Am 28. Februar hat Deutschland die Ratifizierungsurkunde für die UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen bei der UNO in New York hinterlegt. Heute, dreißig Tage danach, wird die Konvention für Deutschland verbindlich. Sie garantiert Menschen mit Behinderung die Selbstbestimmung und schützt sie vor Diskriminierung. Sie verpflichtet die Staaten zum Aufbau eines inklusiven Bildungssystems. Für uns ist das ein großer Tag. Bislang konnten die Behörden ganz selbstverständlich unsere Kinder mit Verweis auf Gesetze und Verordnungen auch gegen unseren Willen auf Sonderschulen schicken. Ab heute stehen WIR auf dem Boden des Rechts: des von Deutschland anerkannten Völkerrechts!

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Tatsächlich: KMK fälscht die Statistik

7.3.2009. Kaum zu glauben: Die Kultusministerkonferenz hat sich in ihrer Not, endlich günstigere Schulabbrecherzahlen präsentieren zu können, entschlossen, die Abschlüsse von Lernbehinderten-Schulen aufzuwerten. Sie gelten nun als reguläre Schulabschlüsse. Damit ist - schwupps - die Schulabbrecher-Zahl fast halbiert. Der Vorschlag für die Trickserei kam vom neuen KMK-Präsidenten aus Mecklenburg-Vorpommern. Andere Kultusminister wollten sich diesem Fälschungsversuch eigentlich widersetzen. Doch der Wille zum Widerstand überstand die erste Tagung der Ministerrunde nicht. Lesen Sie die Berichterstattung in der taz und die Hintergründe.

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SoVD fordert Aktionsprogramm für inklusive Bildung

10. März 2009. Der Vorsitzende des Sozialverbands Deutschland SoVD, Adolf Bauer, hat heute in Berlin ein nationales Aktionsprogramm für inklusive Bildung eingefordert: "Deutschland muss sich von seinem Sonderweg verabschieden. Die allgemeinen Schulstrukturen müssen so verändert werden, dass lernbehinderte und behinderte Kinder nicht ausgegrenzt, sondern von Anfang an einbezogen werde", sagte Bauer. Der SoVD fordert von Bund und Ländern ein verbindliches Aktionsprogramm für inklusive Bildung, das konkrete Schritte zur Umsetzung und einen verbindlichen Zeitplan enthält. Die Behindertenverbände seien hierbei einzubeziehen.

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Hokus Pokus KMK

27. 2. 2009. Ganz schön kreativ, der neue Präsident der Kultusministerkonferenz, Mecklenburg-Vorpommerns Kultusminister Henry Tesch: Der Mann hat die Formel gefunden, die Zahl der sogenannten Schulabbrecher in Deutschland zu halbieren. Er will die Sonderschulabschlüsse "aufwerten". Das hört sich zunächst freundlich an. Doch Tesch hat nicht etwa vor, den Sonderschülern mehr beizubringen. Er will nur die bisher üblichen Sonderschulabschlüsse per KMK-Beschluss zu regulären Schulabschlüssen erklären. Damit kann man dann zwar trotzdem keine reguläre Berufsausbildung machen. Aber es sieht in der Statistik besser aus. Frei nach Winston Churchill: Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.

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Uneingeschränktes Recht auf Integration: Jetzt!

Berlin, 29. Januar 2009. Am Rande der Fachtagung "alle inklusive" im Bundesarbeitsministerium haben mehrere Spitzenverbände die Bundesregierung aufgefordert, die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen auch in den Ländern durchzusetzen.

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Die KMK ist eine Schnecke

20. Januar 2009. Die Kultusministerkonferenz hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die neue Empfehlungen für die sonderpädagogische Förderung erarbeiten soll. Die gute Nachricht: Erstmals sind Betroffenenverbände wir die BAG Gemeinsam leben - gemeinsam lernen, der Deutsche Behindertenrat und der Sozialverband Deutschland eingeladen, mitzuarbeiten. Die weniger gute Nachricht: Die Kultusminister geben ihrer Arbeitsgruppe ganze drei Jahre Zeit für die neuen Empfehlungen.

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Wie teuer ist die inklusive Schule?

14. Januar 2009. Passend zur Debatte um staatliche Konjunkturprogramme gegen die Wirtschaftskrise legt das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) eine Kostenrechnung für umfassende Bildungsreformen vor. Darin hat das FiBS im Auftrag von Bündnis 90/Die Grünen auch berechnet, was die Abschaffung der Sonderschulen innerhalb von zwölf Jahren kosten würde. Das Institut ermittelt dafür Kosten zwischen 1,8 und 4,3 Milliarden Euro pro Jahr bundesweit. Der größte Posten dabei ist die Einstellung von zusätzlichen Regelschullehrern für kleinere Schulklassen: eine Investition, die nicht nur Kindern mit Behinderungen, sondern alles Schülerinnen und Schülern zu Gute kommen würde. Weiterhin stehen diesen Kosten auch Einsparungen gegenüber - laut FiBS zwischen 100 Millionen und 2,2 Milliarden Euro pro Jahr.

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UN-Konvention: Kein Weg mehr zurück!

19.Dezember 2008. Nach dem Bundestag hat nun auch der Bundesrat die UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen akzeptiert. Damit hat Deutschland die Konvention ratifiziert und sich verpflichtet, ihren Inhalt in deutsches Recht umzusetzen. Der Zwang zur Sonderschule muss weg. Die Zielrichtung ist ein inklusives (alle Menschen einbeziehendes) Bildungssystem ohne Sondereinrichtungen für Menschen mit Behinderungen.

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UN-Konvention: Es ist vollbracht!

6. Dezember 2008. Der Deutsche Bundestag hat am späten Donnerstag abend die UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen akzeptiert. Das letzte Wort hat voraussichtlich am 19. Dezember der Bundesrat. Zum Datum 1. Februar 2009 wird Deutschland damit die Konvention offiziell ratifiziert haben. Sie ist dann von Deutschland akzeptiertes Völkerrecht und muss in die nationale Gesetzgebung umgesetzt werden.

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UN-Konvention im Bundestag

Am 12. November 2008 ist die Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen zur 1. Lesung in den Bundestag eingebracht worden. In der Debatte sprachen sich die Vertreter aller Fraktionen für inklusive (alle Menschen einbeziehende) Bildung und für das Recht behinderter Kinder auf Integration in die Regelschulen aus. Wir freuen uns über die Reden alter und neuer Mitkämpfer für die Schule für Alle!

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Bundesregierung will UN-Konvention ratifizieren

Die Bundesregierung hat am 1. Oktober 2008 ein Gesetz zur Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen von 2006 beschlossen. Dieser Beschluss war mehrmals verschoben worden und kam jetzt nach energischem Vorsprechen von Walter Hirrlinger als Vorsitzendem des Bundesbehindertenrats endgültig auf die Tagesordnung des Kabinetts von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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Gipfel der Ignoranz

20. Oktober 2008. Behinderte Kinder und Bildung: Das passt in Deutschland immer noch nicht wirklich zusammen. Wie sonst, Frau Merkel, kann es passieren, dass man einen Nationalen Bildungsgipfel einberuft, auf dem man über alle Bildungsprobleme von der KiTa bis zur Universität berät - und dann das Bildungsdesaster für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen einfach vergisst?

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UN-Konvention: Jetzt wird am Text gefummelt

Deutschland tut sich schwer mit der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen. Unterschrieben ist sie, aber ratifiziert noch nicht. Und das liegt vor allem an der Forderung nach einem "inklusiven Bildungssystem" (inclusive education system): Das deutsche Sonderschulwesen ist mit Artikel 24 der UN-Konvention nicht vereinbar. Um es zu retten, ist nun seit Monaten an der Übersetzung herumgefummelt worden. Letztlich hat Deutschland in der gemeinsamen Übersetzungsgruppe mit Österreich, Liechtenstein und der Schweiz durchgesetzt, dass "inclusive education system" mit "Integratives Schulsystem" übersetzt wurde. Vermutlich werden wir demnächst erleben, wie kreativ Kultusminister werden können, wenn es gilt, das deutsche Schulwesen mit seinen Sonderschulen als "integrativ" zu werten. Dennoch sollte jetzt mit Nachdruck die schnelle und vollständige Ratifizierung der UN-Konvention gefordert werden.

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Bundesverwaltungsgericht entscheidet für Integration

Das Recht auf schulische Integration haben behinderte Kinder in Deutschland schon seit Jahren. Allerdings unter Kostenvorbehalt. In der Praxis ist dieser Kostenvorbehalt regelmäßig der Hebel, mit dem Integration verweigert und die behinderten Kinder zwangsweise den Sonderschulen zugewiesen werden. Schulträger und Landesschulministerien weigern sich, Sonderpädagogen in die allgemeinen Schulen zu schicken, Sozialämter verweigern Eingliederungshilfen, wie zum Beispiel Schulbegleiter. Jetzt hat das Bundesverwaltungsgericht diese Praxis als rechtswidrig beurteilt. Lesen Sie hier das Urteil.

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Wissenschaftler gegen Aussonderung

30 Jahre lang hat ihr Expertenrat die politische Ignoranz gegenüber der Aussonderung behinderter Menschen nicht überwinden können. Jetzt wollen Deutschlands Integrationsforscher selbst politisch aktiv werden. Am 21. Februar ist in Bad Boll der Verein "Politik gegen Aussonderung - BAG für Integration und Inklusion" gegründet worden. Zur Vorsitzenden wurde die Pädagogin Prof. Irmtraud Schnell gewählt. Link

Gehörlose gegen "Spar-Integration"

Der Gehörlosen-Bund hat in einer Stellungnahme klargestellt, dass Gemeinsamer Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern diesen Namen nur verdient, wenn die Qualität stimmt. An der Förderung der behinderten Kinder dürfen im Vergleich zur Sonderschule keine Abstriche gemacht werden. Für Gehörlose besteht der Verband zusätzlich darauf, dass die Einbindung der Kinder in soziale Netze von Gehörlosen und in die Gehörlosen-Kultur gewährleistet sein müssen. Link

Verdienstorden für Kampf um inklusive Bildung

Martina Buchschuster wird am 4. September von Bundespräsident Horst Köhler den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland erhalten - für ihren Einsatz für inklusive Bildung.

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Blauer Brief von der UN

Die Aufregung war groß, als der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung, Vernor Munoz, am 1. März 2007 seinen Bericht über Deutschland vorlegte. Vor dem Menschenrechtsrat in Genf bekam die Bundesrepublik Deutschland bescheinigt, dass ihr Bildungssystem die Aussonderung von Kindern aus sozial schwachen und aus Migrantenkindern sowie von behinderten Kindern befördere. In keinem anderen Industrieland ist der Zusammenhang zwischen sozialem Status und Bildungsabschluss so deutlich wie hierzulande.

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Kongress Berlin

Am 11./12. Juni fand in Berlin die Europäische Konferenz für die Integration behinderter Menschen statt. Vor dem Hintergrund der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen wurde über die Bereiche Bildung, Arbeitsmarkt und Barrierefreiheit diskutiert. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (bmas) lud dazu hochrangige Vertreter aus Politik, Administration, Wissenschaft sowie Vertreter der Sozialpartner und der Zivilgesellschaft - u.a. mittendrin e.V. - nach Berlin ein. Link

Eltern fordern inklusive Bildung

Am 30. März dieses Jahres hat die Bundesrepublik Deutschland die UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen unterzeichnet. Das freut uns. Doch mit der Unterschrift allein ist es nicht getan. In Artikel 24 der Konvention ist ein Recht auf inklusive Bildung verankert. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam leben - gemeinsam lernen fordert in einem offenen Brief an Bundesbildungsministerin Annette Schavan, dieses Recht in Deutschland zu realisieren.

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Helfen Sie Frau Schavan!

Die UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen ist im Bundesbildungsministerium unbekannt. Dies hat die "tageszeitung" herausgefunden. Wir meinen: Helfen Sie Frau Schavan und schicken Sie ihr den Text der Konvention - hier zum Herunterladen!

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Vor 34 Jahren: Deutscher Bildungsrat empfiehlt schulische Integration

Von der Brandt-Regierung eingesetzt, legte eine Kommission von Bildungsexperten 1973 eine Reihe von Vorschlägen für die Reform des Bildungswesens in der Bundesrepublik Deutschland vor. Auch damals ging es unter anderem schon darum, sozial Schwächeren bessere Bildungschancen zu eröffnen. Für die behinderten Kinder empfahl der Deutsche Bildungsrat, sie in die allgemeinen Schulen zu integrieren und ihnen dort die zusätzliche Förderung zu geben, die sie brauchen. Die Bilanz der schulischen Integration nach mehr als dreißig Jahren ist ernüchternd. Link