Wie teuer ist die inklusive Schule?

14. Januar 2009. Passend zur Debatte um staatliche Konjunkturprogramme gegen die Wirtschaftskrise legt das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) eine Kostenrechnung für umfassende Bildungsreformen vor. Darin hat das FiBS im Auftrag von Bündnis 90/Die Grünen auch berechnet, was die Abschaffung der Sonderschulen innerhalb von zwölf Jahren kosten würde. Das Institut ermittelt dafür Kosten zwischen 1,8 und 4,3 Milliarden Euro pro Jahr bundesweit. Der größte Posten dabei ist die Einstellung von zusätzlichen Regelschullehrern für kleinere Schulklassen: eine Investition, die nicht nur Kindern mit Behinderungen, sondern alles Schülerinnen und Schülern zu Gute kommen würde. Weiterhin stehen diesen Kosten auch Einsparungen gegenüber - laut FiBS zwischen 100 Millionen und 2,2 Milliarden Euro pro Jahr.

Insgesamt geht es in der Studie um eine bessere Bildung für benachteiligte Kinder. Kalkuliert wird u.a.die Einführung der Ganztagsschule mit Verpflegung sowie Kosten, die für bessere Teilhabechancen sozial benachteiligter Kinder nötig wären - bis hin zum Zuschuss zu Klassenfahrten. Insgesamt ermitteln die Forscher einen Aufwand von maximal 42 Milliarden Euro, verteilt auf die Jahre 2009 bis 2020. "Unsere Berechnungen zeigen, dass den Mehrausgaben bereits kurzfristig erhebliche Einsparungen gegenüber stehen", sagt der Bildungsforscher Dr. Dieter Dohmen, "Bereits mittelfristig werden sich diese Investitionen in jedem Fall rechnen, da der Fachkräftemangel auf diesem Weg erheblich reduziert und die Zahl der Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger gesenkt werden kann."