
Regionales
Sachsen-Anhalt:
Behindertenbeirat fordert ein Ende der Separation
In der Stadt Magdeburg gibt es mehr Förderschulen als Regelschulen der Sekundarstufe 1. Auf diese absurde Situation hat am 5. Juni 2008 der Landesbehindertenbeirat von Sachsen-Anhalt hingewiesen. Statt die Integration behinderter Kinder in die Regelschulen voranzubringen, weist die Schulverwaltung in diesem Bundesland von Jahr zu Jahr mehr Kinder in Sonderzuschulen zu. Der Gedanke an Integration liegt offenbar so fern, dass selbst beim Umbau von Schulen nicht auf Barrierefreiheit geachtet wird. Der Landesbehindertenbeirat fordert deshalb die Landesregierung erneut auf, die Separationspolitik an den Schulen umgehend zu beenden. Lesen Sie mehr bei kobinet
NRW
Sehr geehrter Herr Rüttgers, geben Sie unseren Kindern das Recht auf Integration!
Zum „Tag der Begegnung 2008" des Landschaftsverbandes Rheinland am 31. Mai 2008 in Xanten fordert der Elternverein mittendrin die Landesregierung auf, sich endlich vorbehaltlos zur Integration behinderter Kinder in die allgemeinen Schulen zu bekennen. An Rhein und Ruhr gehen zur Zeit rund 108.000 Kinder und damit an die 90 Prozent aller behinderten Kinder in Sonderschulen. Jedes Jahr werden Eltern von den Schulämtern gezwungen, ihre behinderten Kinder gegen ihren Willen in Sonderschulen zu geben. Ein Recht auf die Wahl einer Schule existiert für behinderte Kinder und deren Eltern de facto nicht. Durch das Bürokratie-Abbau-Gesetz können Eltern in Nordrhein-Westfalen gegen Sonderschulzuweisungen inzwischen nicht einmal mehr Widerspruch einlegen. Wer die Entscheidung des Schulamtes über die Zukunft des eigenen Kindes anfechten will, muss vor Gericht ziehen!
mehrBremen: Eltern fordern "Schule für Alle"
Auch in Bremen hat sich jetzt eine Initiative "Eltern für Eine Schule für Alle - Jetzt!" gegründet. Eltern von behinderten und nicht behinderten Kindern fordern die Landesregierung auf, die Wende zu einem Schulsystem zu vollziehen, das den internationalen Anforderungen an eine angemessene Schulbildung für alle Kinder entspricht.
mehrNRW: Landschaftsverband will die Integration
Der Landschaftsverband Rheinland (LVR), Träger der Förderschulen für körperlich und sinnesbehinderte Kinder, fordert die Wende in der sonderpädagogischen Förderung. Zum "Halbzeitfest" der Integratour 2008 am 7. Mai 2008 in Köln gab der LVR eine Pressemitteilung heraus, in der er gemeinsam mit dem Kölner Elternverein mittendrin e.V. zur Verbesserung der Chancen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung fordert, dass "bestehende Rahmenbedingungen auf den Prüfstand gestellt werden müssen".
mehrKÖLN: DER UMBAU DER SCHULLANDSCHAFT BEGINNT
STADT UND LVR WOLLEN DIE INTEGRATION DER BEHINDERTEN KINDER IN DIE REGELSCHULEN AUS EIGENER KRAFT EINLEITEN
mehrKölner Eltern fordern Integrationsplan
„Schafft Köln die Wende zur Integration der behinderten Kinder in die Regelschulen?" lautete die Frage, die der mittendrin e.V. am 22. April im voll besetzten Saal des DGB-Hauses den Vertreterinnen der Kölner Ratsfraktionen stellte.
Acht Monate nach dem Beschluss des Rates der Stadt Köln vom 30. August 2007, die Plätze im Gemeinsamen Unterricht behinderter und nicht behinderter Kinder zu verdoppeln, ist noch nicht gesichert, wie die Wende zur Integration umgesetzt werden kann.
Schafft Köln die Wende zur Integration der behinderten Kinder?
Köln bewegt sich. Schon am 30. August des vergangenen Jahres hat der Rat der Stadt Köln beschlossen, die Zahl der Plätze im gemeinsamen Unterricht behinderter und nicht behinderter Schüler bis zum Jahr 2010 zu verdoppeln. Mit Unterstützung der Landesregirung NRW kann sie dabei nicht rechnen. Doch, wie es scheint, hat die Stadt der Ehrgeiz gepackt. Schuldezernentin Dr. Agnes Klein möchte Köln zur Modellregion in Sachen Integration machen und setzt auf kreative Lösungen.
mehrNeuer Elternverein in Hennef
Nach der Gründung des Mittendrin-Hürth e.V. haben sich nun auch Eltern in Hennef zu einem Verein zusammengeschlossen. Unter dem Namen "Schule für alle e.V." wollen die 16 Gründungsmitglieder für die Ausweitung des Gemeinsamen Unterrichts behinderter und nicht behinderter Schüler eintreten. Für den 16./17. Mai lädt der neue Elternverein unter der Schirmherrschaft des Hennefer Bürgermeisters zu einer "Zukunftswerkstatt" ein. Die Hennefer Eltern legen großen Wert auf eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. "Wir Eltern
sollten nie vergessen, dass Veränderungen in der Schule immer nur mit
Schulen und deren Vertretern gelingen kann.
Deswegen wünsche ich mir, dass wir die Unterstützung und den Willen zu
Veränderungen erkennen, wo sie uns angeboten werden und die Kraft zu akzeptieren, dass unsere Idee nicht nur offene Herzen erreicht", sagt die "Schule für alle"-Vorsitzende Lucia Schneider. Kontakte zum Elternverein in Hennef sind über diese Homepage möglich.
Das Rheinland lebt!
Die Elternbewegung für die Integration behinderter Kinder in die allgemeinen Schulen kommt wieder in Schwung. Am 29. Februar hat sich in Hürth (südlich von Köln) der Mittendrin-Hürth e.V. gegründet. Der Verein setzt sich für den Ausbau des Gemeinsamen Unterrichts in Grundschulen und weiterführenden Schulen in Hürth und im Rhein-Erft-Kreis ein. Im benachbarten Rhein-Sieg-Kreis sind unabhängig von einander gleich mehrere Elterngruppen aktiv geworden.
mehrNordrhein-Westfalen
Xenja: Sozialamt lenkt ein!
Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt: Xenja, 7 Jahre, geht in die 1. Klasse einer Regelschule in Kerpen. Sie ist gehörlose Tochter gehörloser Eltern, überdurchschnittlich begabt und meistert ihren Schulalltag bestens mit Hilfe von Gebärdendolmetscherinnen. Das zuständige Schulamt fand, das sei für Xenja die beste Lösung. In der Sonderschule wäre sie völlig unterfordert. Außerdem wird dort die Deutsche Gebärdensprache (DGS), Xenjas Muttersprache, gar nicht durchgängig benutzt. Doch dann weigerte sich das Sozialamt Bergheim, die Kosten für die Gebärdendolmetscherinnen zu übernehmen. Xenja sollte aus Kostengründen auf die Sonderschule "Hören und Kommunikation" nach Köln umgeschult werden. Die Eltern reichten beim Sozialgericht Klage ein. Für Xenjas Dolmetscher wurden Spenden gesammelt. Nach Wochen bangen Wartens für die Eltern hat das Sozialamt jetzt eingelenkt. Es wird die Dolmetscher zahlen und Xenja kann auf ihrer Schule bleiben. Link
NRW: SPD beschließt Gemeinschaftsschule - aber nicht für alle
Ein "vollständig integratives" Bildungssystem fordert die nordrhein-westfälische SPD auf ihrem Parteitag in Bochum am 25.8.2007. Dass diese Formel nicht so ganz ernst gemeint ist, liest man im Kleingedruckten: Ein besonderer Förderbedarf des Kindes dürfe "in der Regel nicht zu einer Beschulung in besonderen Einrichtungen führen". Auch die SPD behält sich also in ihrem "vollständig integrativen" System Sonderregelungen für behinderte Kinder vor. Und zwar dann, wenn Kinder besondere Lernbedingungen brauchen, "die allgemeine Bildungseinrichtungen nicht einrichten können" - geht´s wie gehabt in die Sonderschule. In die Praxis umgesetzt, bliebe damit für die behinderten Kinder in Nordrhein-Westfalen trotz schöner Worte alles beim Alten.
mehrNRW: Bündnis plant ein Volksbegehren für die "Schule für Alle"
In Nordrhein-Westfalen bahnt sich wie in Hamburg ein politischer Streit um die Schulstruktur an. Und auch an Rhein und Ruhr ist es die Basis, die jetzt Druck macht, die Sortierung von Kindern in Güteklassen zu beenden und alle gemeinsam zur Schule gehen zu lassen. Unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen haben ein Aktionsbündnis gegründet, das letztlich ein Volksbegehren für "Eine Schule für Alle in NRW" plant.
mehrEs fehlt der politische Wille
Seit Jahrzehnten setzen sich Eltern in der Landesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam leben - gemeinsam lernen dafür ein, dass behinderte Kinder zusammen mit nicht behinderten Kindern in die Schule gehen dürfen. Jede integrative Schule im Land ist von engagierten Eltern einzeln erkämpft worden. Ein politischer Wille, die schulische Integration endlich flächendeckend durchzusetzen, ist im Land bis heute nicht erkennbar. Lesen Sie ein Interview mit Bernd Kochanek, dem Vorsitzenden der LAG Gemeinsam leben - gemeinsam lernen:
mehrEntscheiden bald die Förderschulen über Gelder für die Integration?
Ein winziger Satz im neuen Schulgesetz, unbemerkt von der Öffentlichkeit in letzter Minute eingefügt, hat eine Debatte ausgelöst: "Der Schulträger kann Förderschulen zu Kompetenzzentren für die sonderpädagogische Arbeit ausbauen." Während der Interessenverband der Förderschulen (vds) die Aussicht auf neue Aufgaben begrüßt, sehen sich die Befürworter des Gemeinsamen Unterrichts (GU) von behinderten und nichtbehinderten SchülerInnen auf der Verliererstraße.
mehrKöln: Verwaltungsgericht entscheidet für Integration
Das Verwaltungsgericht Köln hat eine Entscheidung der Schulaufsicht kassiert. Die Zuweisung eines 7jährigen Mädchens zur "Förderschule geistige Entwicklung" war rechtswidrig, entschied das Gericht, und hob die entsprechenden Bescheide auf.
mehrOhrfeige im Kampf um Integration
Der Stadt Hürth gelingt es nicht für Nora einen Platz in einer der 10 Grundschulen zu finden und erteilt den Eltern sowie dem Hürther Bürgermeister eine Ohrfeige. Die Lindenschule in Frechen war schließlich bereit das Kind mit Downsyndrom aufzunehmen.
mehrNRW: Schüler-Eltern-Bündnis für Integrative Schulen
In Nordrhein-Westfalen haben sich Elternvereine und die LandesschülerInnenvertretung LSV zu einem Bündnis für ein Integratives Schulsystem zusammen geschlossen. Das gaben die LSV, der Elternverband Gemeinsam leben - gemeinsam lernen und die Initiative mittendrin e.V. - Veranstalter des Kongresses "Eine Schule für Alle" - am Donnerstag, 14. Juni 2007, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Köln bekannt.
mehrSchülerInnen demonstrieren am 12. Juni für Integratives Schulsystem
Die LandesschülerInnenvertretung (LSV) NRW ruft für den 12. Juni zur Demonstration für ein Integratives Ganztagsschulsystem auf. Die Demonstration beginnt um 13 Uhr in Düsseldorf am Hauptbahnhof und führt zu den Rheintreppen, wo ein Open-Air-Konzert statt findet.
mehrSchüler demonstrierten für Integrative Schule
An die 400 Schülerinnen und Schüler haben am Dienstag, 12. Juni, in Düsseldorf für die "Schule für Alle" demonstriert - und zahlreiche Eltern und Lehrer gingen mit. Die Schüler fordern ein Schulsystem, "in dem die Chancengleichheit Realität wird". Und sie freuten sich: "Zum ersten Mal stehen die legitimen Vertretungen der Schüler und der Eltern gemeinsam hinter einem Schulkonzept!". Mehr zur Demo und Fotos auf der Seite der LandesschülerInnenvertretung. Link
Landesbehindertentag fordert: Gemeinsamer Unterricht muss zur Regel werden
mehrHamburg
Integration vor dem Ende?
Die Integration behinderter Kinder in Hamburger Grundschulen gilt als vorbildlich. Vor allem, weil an bestimmten Schulen in den integrativen Regelklassen darauf verzichtet wird, lernschwachen Kindern das Etikett "behindert" zu verpassen. Doch während inzwischen selbst die UN inklusive Bildung fordert, will der Hamburger Senat sie nun wieder abschaffen.
mehrBerlin
Aufruf für ein Integratives Schulsystem
Aus Sicht der anderen Bundesländer ist Berlin in Sachen schulischer Integration so etwas wie eine Insel der Seligen. Doch auch hier sind behinderte Kinder in den allgemeinen Schulen nicht selbstverständlich willkommen.
mehrBaden-Württemberg
Nicht ohne meine Förderschule
Voller Stolz sprechen die Verantwortlichen in Baden-Württemberg von mindestens zehn Sonderschultypen. Können sie sich allen Ernstes nicht vorstellen, wie diskriminierend es ist, Menschen in eine von zehn "Sonderklassen" einzuordnen und sie damit außerhalb des "Regelbetriebs" der Gesellschaft zu stellen?
mehrSchulleiter fordern Abkehr vom gegliederten Schulsystem
Er hatte es wohl gut gemeint: Angesichts sinkender Schülerzahlen an den Hauptschulen des Landes verordnete Baden-Württembergs Kultusminister den Hauptschulen ein "Fitnessprogramm" - mit dessen Hilfe die untere Etage des "dreigliedrigen" Schulsystems für Schüler wieder attraktiv werden soll.
mehrLandesregierung zerstört Integrationsschule
Jahrelang wurde die Integrative Waldorfschule in Emmendingen im Status eines Pilotprojekts gehalten. Dieses läuft nun aus. Und weil es in Baden-Württemberg nicht einmal eine Verwaltungsvorschrift für integrative Schulen gibt, verfiel die Regierung auf einen abstrusen Plan: Die Waldorfschule Emmendingen soll sich verdoppeln. Neben der bisherigen Schule soll eine Förderschule für geistig behinderte Kinder eingerichtet werden. Die beiden Schulen könnten ja dann zwecks Integration kooperieren.
mehrHessen
12 behinderte Kinder in Frankfurt vom GU ausgeschlossen
Frankfurt a.M. (kobinet) Im Schuljahr 2007/08 dürfen zwölf behinderte Kindern in Frankfurt keine Regelschule besuchen. Trotz ausdrücklichen Wunsches der Eltern auf eine Beschulung im Gemeinsamen Unterricht verweigerte das Schuldezernat die Zuweisungen an Regelschulen Link
Hessen geht rückwärts
In Hessen wird die Integration behinderter Kinder in die allgemeinen Schulen nicht ausgebaut, sondern wieder eingeschränkt. Das kritisiert der Elternverband "Gemeinsam leben - gemeinsam lernen". Die von der Landesregierung bereit gestellten Lehrerstellen für den "Gemeinsamen Unterricht" sind in den vergangenen Jahren von 552 auf nunmehr 522 gekürzt worden. Für die behinderten Kinder heißt es noch öfter als bisher: statt mit den Freunden zur Schule zu gehen, werden sie von den Schulämtern in eine Sonderschule verwiesen. Weitere Stimmen zur Entwicklung in Hessen lesen Sie bei Kobinet
203 Kinder in Sonderschulen gezwungen
Wie viele Kinder in Sonderschulen gezwungen werden, obwohl die Eltern Integration wollen, wird in Deutschland meistens nicht erhoben. Und wenn, dann werden nur die ganz Hartnäckigen gezählt. In Hessen sind es in diesem Jahr 203 Kinder, die mit der Einschulung zwangsweise aus der Mitte der Kindergesellschaft in die Sonderschulen verschwinden. Lesen Sie mehr bei Kobinet









